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1 9 Monolog
Performance-Monolog
Seit 2020

Die Erfahrung des eigenen Körpers als Zuhause für Pathogene fließt in diesen autobiographischen Performance-Text, während eine Brücke zwischen präziser Selbstbeobachtung und dem globalen, historischen und literarischen Außen geschlagen wird. Während viele in Europa sie für längst ausgerottet halten, ist sie weltweit noch immer eine der tödlichsten Pandemien. In der Romantik war sie der Inbegriff von Muse und Poesie, und in Malerei, Literatur und Musik ein beliebtes Motiv. Heute ist sie heilbar, und doch sterben noch immer Jahr für Jahr über eine Millionen Menschen weltweit* an ihr. Ihre gesellschaftliche Wahrnehmung hat sich im Laufe der Epochen grundlegend verändert: von der verherrlichten, romantischen Malaise der Poeten der Bohème, über den leidvollen Proletariertod der Industriewende, zur asozialen Krankheit der Aussätzigen während des Nationalsozialismus. Heute wird sie als die öffentlich kaum beachtete Krankheit der Randgruppen, Abhängigen und Mittellosen angesehen. Die Rede ist von Tuberkulose.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

"1 9 Monolog" bietet eine Konkretheit und eine radikale Subjektivierung, welche klar behauptet und für wertvoll erklärt wird. Stenke zeichnet durch dicht vermitteltes eigenes Erleben unsere radikale Verbundenheit mit der Natur, dem Tod, mit Kräften, die wir nicht kontrollieren können, und den Rätseln der eigenen Herkunft. Es ist eben Literatur – verdichtetes Erleben.

Andreas Liebmann, Autor und Regisseur

Ein Monolog, der überquillt mit erlesenen Gedankenbildern, Schmerz und Staunen, Philosophie und Gefühl, Intelligenz und Ausdruck des Verstehenwollens, emotionaler Weisheit und machtlosem Beobachtenmüssen. Ein nochmaliges Durchleben eines Sommers, in dem alles auf Messers Schneide stand, eines lebensbedrohlichen oder das Leben oder Recht zu leben gänzlich in Frage stellenden Momentums.

Stephan Knies, Dramaturg

 

Ein Text, der seine Stärke durch die Verbindung von Genauigkeit der Selbstbeobachtung mit der Position von außen gewinnt, wunderbar changierend zwischen Lyrik und Prosa, zwischen Gedicht und Bericht.

Dr. Ralf Peters, Philosoph

Ein Text, der nah sein will und muss.

Ein Gegenüber, von dem man sich streicheln lässt, wenn das Leben mal wieder zu konkret wird.

Marcel Sparmann, Künstler und Kunstvermittler

Die Schwindsucht bleibt eine 'soziale Krankheit', sie ist zur 'Krankheit der Randgruppen' geworden.

Das macht es eher unwahrscheinlich, dass die Schwindsucht noch einmal

zum literarischen oder künstlerischen Sujet wird.

Ulrike Moser, Schwindsucht - Eine andere deutsche Gesellschaftsgeschichte, S. 228

VestAndPage, Verena Stenke, Thanatos, Hypnos, Skull, Face, Shaved head, Woman
VestAndPage - Verena Stenke in "1 9 Monologue" about pathogens and pulmonary tuberculosisdPage-Verena-Stenke-1-9-Monologue

A VestAndPage production 2021

Song: Zauberberg by Kassel Jaeger / Stephan Mathieu / Akira Rabelais

Recherche gefördert vom Fonds Darstellende Künste / #TakeCare aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien

Wir danken Frau Dr. Bock-Hensley und dem Deutschen Tuberkulose-Archiv Heidelberg für die wertvolle Unterstützung in der Recherche.

Vergangene Aufführungen:

  • Endecameron | Incubatio, Castello di Rocca Sinibalda (IT), 7. August 2021

Kommende Aufführungen:

  • Strangelove Festival, Quarterhouse, Folkestone (UK), 17. September 2021 > Tickets

  • OPEAN Festival, MUG Einstein Kultur, München, 11. December 2021

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